Haltung
Kultur, Bildung und Gemeinwesen gehören zu den Voraussetzungen einer demokratischen Gesellschaft. Sie ermöglichen Orientierung und Teilhabe, geben Erfahrungen und Konflikten eine Sprache und halten gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar und verhandelbar. In diesem Sinn ist KM13 ein Ort für zeitgenössische bildende Kunst – nicht als Kulisse, sondern als Raum der Wahrnehmung, des Urteils und der Diskussion. Kunst wird dabei nicht auf das materielle Werk beschränkt, sondern als gesellschaftliche Praxis verstanden: als Fähigkeit, Wirklichkeit zu prüfen und durch Denken, Sprechen und Gestalten auf sie einzuwirken.
Kunst ist in diesem Verständnis nicht selbstverständlich. Sie reflektiert ihre eigenen Voraussetzungen, Formen und Ansprüche. Je weniger sie als gegeben vorausgesetzt werden kann, desto stärker ist sie auf Kontext, Argumentation und Kommunikation angewiesen. KM13 bietet dafür einen Rahmen: für Ausstellungen, die nicht nur zeigen, sondern begründen; für Positionen, die nicht bestätigen, sondern herausfordern; für Begegnungen, die nicht konsumieren, sondern verstehen wollen.
KM13 ist aus einer einfachen Erfahrung entstanden: Öffentlichkeit ist kein gegebener Raum, sondern etwas, das hergestellt werden muss – durch Entscheidungen, durch Kontext, durch Gespräch. Kunst wirkt nicht nur, weil sie gezeigt wird, sondern weil sie eine andere Wahrnehmung möglich macht. Darum versteht KM13 das Ausstellungsmachen als Vermittlung: als Arbeit am Werk und am Blick, als Bindeglied zwischen Künstlerinnen und Künstlern und denjenigen, die sich darauf einlassen. In einer Zeit, in der vieles austauschbar geworden ist, setzt KM13 auf Ort, Genauigkeit und Kontinuität – damit Kunst nicht als Signal konsumiert wird, sondern als Erkenntnisform erfahrbar bleibt.
Hubertus Wunschik, Kunstvermittler und Galerist, führt seine kuratorische Praxis in den Ausstellungsräumen von KM13 fort und steht dabei im Austausch mit freien Kuratorinnen und Kuratoren. Zum Projekt gehört auch ein Artist-in-Residence-Format: Wohnung und Gastatelier ermöglichen temporäre Aufenthalte für Gastkünstlerinnen und Gastkünstler. artcurator.de ergänzt KM13 als kuratierter Online-Raum für Angebote und Vermittlung.
Die zugrunde liegende Idee und Haltung waren dabei nie neu. Neu ist eher, wie deutlich sie in der Gegenwart als notwendig hervortreten: dass Kunst nicht nur gezeigt, sondern begründet, vermittelt und als gesellschaftliche Praxis ernst genommen werden muss. Aus dieser Linie ist de DROM e.V. hervorgegangen – als gemeinnützige Struktur, die ausgewählte Vorhaben an der Schnittstelle von Kultur, Bildung und Gemeinwesen ermöglicht und begleitet. Dazu gehört auch die Idee der Kunstakademie Günther Uecker: ein freies, internationales Werkstattformat im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys.
In KM13 findet das alles zueinander – gebündelt, sichtbar, wechselseitig stärkend: im Werk, im Kontext, im Gespräch und in der stillen Arbeit dazwischen.

